
"Binge" bedeutet "schlingen". Bei der Binge Eating Disorder handelt es sich also um eine Störung des Essverhaltens, bei der große Mengen an Nahrungsmitteln verschlungen werden. Sie wird auch als Ess-Sucht bezeichnet. Im Unterschied zur Bulimie verbleibt die Nahrung, die während eines Heißhungeranfalls aufgenommen wird, im Körper. Die Betroffenen ergreifen keine Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, Hungern oder intensives Sporttreiben.
Essanfälle führen zu Übergewicht und Schuldgefühlen
Ess-Süchtige leben in einem ständigen auf und ab von Diäten. Sie haben das Gefühl von Hunger und Sättigung verloren. Essen dient für sie nicht mehr dazu, den Hunger zu stillen. Vielmehr befriedigen sie somit ihre Bedürfnisse. Die Betroffenen verschlingen während der Essanfälle in relativ kurzer Zeit enorm große Nahrungsmengen. Dabei essen sie häufig nicht nur zuviel, sondern auch sehr fett- und zuckerreich. Zudem bewegen sie sich sehr wenig.
Als Folge entsteht meist Übergewicht oder Adipositas. Starkes Übergewicht wiederum kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkleiden, Wirbelsäulenschäden und Diabetes mellitus verursachen. Aber nicht nur der Körper, auch die Psyche nimmt Schaden: Nach den Essattacken empfinden Ess-Süchtige in der Regel Ekel, Scham und Schuldgefühle. Häufig folgen depressive Stimmungslagen, die Betroffenen sind antriebslos, resigniert und flüchten in Tagträume.
Keine Frage des Alters
Anders als bei Bulimie oder Anorexie gibt es keine typische Altersgruppe. Wissenschafter der Uniklinik Basel berichten auch von einem erhöhten Erkrankungsrisiko bei Fehlernährung und Übergewicht bereits im Kindesalter. Der Anteil der betroffenen Männer liegt bei einem Drittel und damit höher als bei anderen Essstörungen. Insgesamt leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung und bis zu 40 Prozent der fettleibigen Personen, die wegen ihres Gewichts einen Therapeuten aufsuchen, an BED. Sie kann aber auch bei Normalgewichtigen auftreten.
Genießen lernen und den Körper wahrnehmen
Ein erster Schritt, um aus dieser Essstörungen herauszukommen, ist das Wiedererlernen von genussvollem und regelmäßigem essen. Betroffene müssen lernen ihre Körpersignale wieder wahrzunehmen und nicht mit übermäßigem Essen, sondern angemessen darauf zu reagieren. Außerdem sollten Betroffene, sich regelmäßig bewegen. Dennoch ist auch bei dieser Essstörung medizinische Betreuung und eine psychotherapeutische Begleitung in Form professioneller Hilfe erforderlich.
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Eine Auswahl an Links
http://www.bzga-essstoerungen.de/
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Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse.

