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Ess-Brech-Sucht (Bulimie, Bulimia nervosa)

Bulimie leitet sich von dem griechischen Wort "bous" für "Ochse" sowie "limos" für "Hunger" ab und lässt sich mit "Ochsenhunger" übersetzen. Bei dieser Essstörung wechseln sich unkontrollierte Essattacken, Erbrechen und strenge Diätphasen ab. Ein Leben also zwischen den Extremen. Während der Heißhungeranfälle verschlingen die Betroffenen im Extremfall bis zu 30.000 Kalorien. In der Regel erleiden sie mindestens zweimal pro Woche, oft aber auch täglich eine Heißhungerattacke. Die Essanfälle dauern zwischen 15 Minuten und vier Stunden. Für die Attacken kaufen sie große Mengen an kalorienreichen Lebensmitteln. Das kann ins Geld gehen, manche verschulden sich.

Weil Bulimiker, ähnlich wie Magersüchtige, panische Angst davor haben, dick zu werden, erbrechen sie anschließend oder nehmen Abführmittel und Tabletten zur Entwässerung. Gleichzeitig treiben sie intensiv Sport. Zwischen den Anfällen kontrollieren Bulimie-Erkrankte ihr Essverhalten, indem sie nur sehr wenig essen und ständig Diäthalten.

Nur die Fassade stimmt

Im Gegensatz zur Magersucht ist Bulimie eine heimliche Krankheit: Die Betroffenen sind normalgewichtig und leben nach außen hin angepasst. Im alltäglichen Leben sind sie weitgehend unauffällig. Die Krankheit bleibt so über lange Zeit hinweg unerkannt. Die Betroffenen leiden jedoch unter heftigen Scham- und Schuldgefühlen, insbesondere nach den Heißhungerattacken. Sie haben das Gefühl, abnorm zu sein und empfinden Selbstekel. Das hat zur Folge, dass sie ihre Interessen vernachlässigen, sich isolieren und schließlich zu Depressionen mit Selbstmordgedanken neigen. Die Sterberate ist aber bedeutend niedriger als bei Magersucht.

Auch der Körper nimmt Schaden

Das Verhaltensmuster von Diäthalten, Essattacken und Erbrechen bleibt auch für den Körper nicht ohne Konsequenzen. Wenn Bulimie über Jahre hinweg andauert, können vor allem durch das regelmäßige Erbrechen schwere Gesundheitsschäden entstehen. Je nachdem wie versucht wird, die Essanfälle rückgängig zu machen, unterscheiden sich die Folgen: Es können Herzrhythmusstörungen, Kreislaufprobleme, Zahnschmelzschäden, Kalium- sowie Magnesiummangel oder Nierenschäden auftreten. Möglicherweise bleibt die Menstruation aus und es kommt zu Schlafstörungen, Haarausfall und Konzentrationsstörungen.

Ohne professionelle Hilfe geht es nicht

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sind in Deutschland rund 600.000 Menschen betroffen, 85 Prozent sind junge Frauen zwischen 18 und 30 Jahren. Wie bei der Magersucht ist auch bei der Behandlung der Bulimie professionelle Hilfe notwendig. Neben einer medizinischen Betreuung ist eine Psychotherapie sinnvoll. Die Einsicht der Erkrankung ist schon ein erster wichtiger Schritt. Im Unterschied zur Anorexie ist die Bereitschaft der Patienten zur Therapie, wenn die Krankheit festgestellt wurde, allerdings groß. Wichtig ist es, regelmäßig zu essen, um so die Gier zu bremsen und Essattacken vorzubeugen.

Lesen Sie auch unseren Beitrag externer Link Essstörungen.

Eine Auswahl an Links


externer Link http://www.bzga-essstoerungen.de/

externer Link http://ab-server.uni-leipzig.de/bulimie_bulimia_nervosa/home.html

externer Link http://www.anad.de/

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Quelle: externer Link AOK - Die Gesundheitskasse.

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