
Das hat bisher vor allem die Werbung genutzt, die Farben gezielt als Anreiz zum Zugreifen einsetzt. Die Farben orange und gelb werden gerne bei Lebensmittelverpackungen und bei der Innenausstattung von Fast-Food-Restaurants verwendet. Nicht ohne Grund, denn sie steigern den Appetit und somit den Absatz.
Das Auge isst mit
Rot und gelb soll diesen Erfahrungen zufolge den Appetit anregen, blau hingegen dämpfen. Manche leiten daraus sogar Empfehlungen fürs Abnehmen ab: Wer Gewicht verlieren möchte, sollte demnach beim Essen nicht auf rote oder gelbe Gegenstände blicken. Das steigert nämlich den Hunger. Dabei sollte man beim Essen aber nicht aus den Augen verlieren, was man gerade isst.
Selbst bei Tabletten hat die Kolorierung einen Einfluss darauf, ob wir die Pillen gerne schlucken oder nicht. Kenneth Coffield von der University of Alabama in Huntsville hat die Probe aufs Exempel gemacht und kranken College-Studenten Tabletten in verschiedenen Farben angeboten. Dabei kam heraus, dass die Pillen nicht so gerne eingenommen wurden, wenn sie schwarz oder grau waren. „Bunte Pillen scheinen zu rufen, nimm mich“, kommentiert Coffield die Ergebnisse. Dass Buntes besser ankommt, konnte auch Brian Wansink, Marketing Experte und Ernährungswissenschaftler der University of Illinois in Urbana-Champaign in verschiedenen Studien nachweisen. Bei dem Experiment durften sich Erwachsene unter anderem an einem Gummibärchenbüfett bedienen. Die Bärchen wurden nach Farben getrennt und als bunte Schüssel mit verschiedenen Sorten angeboten. Das Ergebnis: Die bunte Schale wurde zu 69 Prozent mehr frequentiert. Wansinks Fazit: „Je mehr Farben wir sehen, desto mehr essen wir. Was Fülle signalisiert, verführt stärker.“
Linktipp
Die Seite der Informations- und Dokumentationsstelle des Instituts für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen erläutert,
wie das Schmecken mit visuellen Reizen manipulieren werden kann.
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse.

