
Für Diabetiker galten jahrelang strenge Ernährungsvorschriften: Zucker war tabu, spezielle Diätprodukte wurden empfohlen. Heute braucht es keine spezielle Diät mehr. Auf das Maß kommt es an.
Heute können Diabetiker fast alles essen, nur eben in Maßen. Sie benötigen keine spezielle Diät, sagt Anita Zilliken, Ernährungswissenschaftlerin der AOK. Für Diabetiker Typ 2 - früher auch als Alterszucker bezeichnet - ist es besonders wichtig, ausgewogen und nicht zu kalorienreich zu essen. Bei Übergewicht ist es sinnvoll, abzunehmen. Wer einen Body Mass Index (BMI) von mehr als 25 hat, sollte mit seinem Arzt besprechen, wie er sein Gewicht reduzieren kann
Den größten Anteil ihres täglichen Energiebedarfs sollten Diabetiker aus Vollkorn wie Reis, Nudeln und Brot decken. Täglich viel frisches Gemüse und Salate sowie zwei Portionen Obst, sowie Kartoffeln und Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen sind empfehlenwert. Alle diese Nahrungsmittel sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen.
Maximal 30 bis 50 Gramm an Zucker pro Tag können sich Diabetiker ebenfalls gönnen. Vorausgesetzung ist, dass der Stoffwedhsel gut eingestellt ist und der Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert wird. Zucker sollte allerdings nie pur, sondern nur verpackt in Form eines kleinen Stücks Kuchen oder eines Riegels dunkler Schokolade verzehrt werden. Gesüßt werden darf mit Süßstoff. Weniger empfehlenswert sind Zuckeraustauschstoffe wie Fruchtzucker und Sorbit, da sie relativ kalorienreich sind.
Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Um vorzubeugen, sollten sie sich fettbewusst ernähren. Lieber Diätmargarine auf das Brot und fettarme Beläge, als Frittiertes und Paniertes, da das Fett von der Panade regelrecht aufgesogen wird. Gesünder und bekömmlicher sind einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in Pflanzenölen wie Oliven-, Raps- und Maiskeimöl vorkommen. Davon sollten ein bis zwei Esslöffel täglich etwa im Salat verwendet werden.
Pflanzliche Eiweißlieferanten wie Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchte und Soja sind in der Regel fettarm. Käse, Fleisch und Wurst enthalten zum Teil viel tierisches Fett und sollten nur in Maßen verzehrt werden. Auch bei Milch, Joghurt und Quark sind fettarme Produkte sinnvoll. Wichtig: Zwei Mal pro Woche gehört Seefisch auf den Tisch. Außerdem sollten Diabetiker reichlich trinken, am besten zwei Liter am Tag. Als Durstlöscher eignen sich Mineralwasser und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees.
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Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse.

