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Wie ein Feuer im Gelenk

Zuviel Fleisch, Meeresfrüchte oder Alkohol kann zur Wohlstandserkrankung Gicht führen.

Plötzliche starke Schmerzen im Grundgelenk des großen Zehs, die bei Berührung noch deutlich zunehmen, sind typisch für den Beginn einer Gichterkrankung. Oft tritt der Schmerz nachts plötzlich auf und selbst kleinste Berührungen, wie die der Bettdecke, sind nicht mehr auszuhalten. Das betroffene Gelenk schwillt stark an, ist gerötet, und stark erwärmt. Manchmal wird ein Gichtanfall noch von Fieber und Kopfschmerzen begleitet. Ausgelöst wird solch ein akuter Gichtanfall durch einen raschen Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können auch andere Gelenke wie das Daumengrundgelenk, das Knie oder die Hand sowie Schleimbeutel und Sehnenscheiden betroffen sein.

Falsche Ernährung oder angeboren

Gründe für eine erhöhte Konzentration der Harnsäure (Hyperurikämie) im Blut und im Gewebe können übermäßiger Verzehr purinhaltiger Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Meeresfrüchte, Innereien und Hülsenfrüchte sein, aber auch ein zu hoher Alkoholkonsum. Gicht wird entweder vererbt oder kann als Folge einer anderen Grunderkrankung beziehungsweise medikamentösen Behandlung entstehen.

Wer erblich vorbelastet ist, muss jedoch nicht zwangsläufig Gicht bekommen. Eine geeignete Ernährung, viel Bewegung und Alkoholverzicht kann einem Gichtanfall vorbeugen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, sollte medikamentös in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Harnsäurekonzentration im Blut auf normale Werte abgesenkt werden. Der Grenzwert liegt bei 6,5 Milligramm Harnsäure in 100 Milliliter Blutserum (6,5mg/dl).

Rasch einen Arzt aufsuchen

Die ersten Gichtanfälle führen noch nicht zu bleibenden Schäden, dennoch sollte rasch ein Arzt aufgesucht und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen und bleibt unbehandelt, treten die Gichtanfälle immer wieder und in immer kürzeren Abständen auf. Dadurch können die Gelenke so angegriffen werden, dass es zu bleibenden Schäden wie Verformung der Gelenke oder Zerstörung der Knochen kommen kann. Dann ist die Bewegung stark eingeschränkt. Sogenannte Gichtknoten oder Gichtperlen können entstehen, nicht nur an den Gelenken, sondern auch im Ohrknorpel, Ellenbogen oder an den Sehnenscheiden. Durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Nieren kann es dort zu Funktionsstörungen bis hin zum Nierenversagen kommen.

Eigeninitiative gefragt

Neben der ärztlichen Behandlung ist besonders Eigeninitiative der Betroffenen gefragt, um die Gicht im Griff zu halten:

Betroffene sollten auf Alkohol verzichten (Alkoholabstinenz).

Betroffene sollten sich purinarm und kalorienarm ernähren; auf Fleisch, Meeresfrüchte, Innereien und Hülsenfrüchte verzichten. Bei gebratenem Fisch und bei Geflügelgerichten sollte immer die Haut entfernt werden.

Das Körpergewicht sollte langsam und stetig reduziert werden und auf Radikaldiäten verzichtet werden.

Auf Bewegung achten und ausreichend Mineralwasser, Früchtetees oder Fruchtsaftschorlen trinken, um Nierenablagerungen vorzubeugen.

Quelle: AOK-Mediendienst

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